Auf der Reise

Das Con Brio spielt Britten, Mahler und Dvořák
Datum
Sonntag, der 12. Juli 2026
Uhrzeit
11:00 Uhr
Veranstaltungsort
Großer Saal
Leitung
Prof. Gert Feser
Eintritt
Eintritt frei

In seinem Sommerprogramm bietet das Würzburger Sinfonieorchester Con Brio zauberhafte Musik aus Spätromantik und gemäßigter Moderne. Als Hauptwerk des Konzertes erklingt Antonin Dvořáks berühmte Sinfonie Nr. 9 „Aus der neuen Welt“, zuvor geht die musikalische Reise mit Benjamin Brittens „Four Sea Interludes“ (aus der Oper „Peter Grimes“) übers weite Meer und mit Gustav Mahlers „Lieder eines fahrenden Gesellen“ in die Tiefen der romantischen Seele. Solist in Mahlers Liedern ist der Bariton Jakob Ewert, Ensemblemitglied des Theaters in Chemnitz, ein auf der Opernbühne, im Konzertsaal und im Rundfunkstudio gleichermaßen gefragter Künstler, der auch schon beim Würzburger Mozartfest das Publikum begeisterte. Die Leitung des Konzertes liegt wie immer in den bewährten Händen von Prof. Gert Feser. Die Konzerte finden statt am Sonntag, 12.07.2026 um 11:00 Uhr im großen Saal der Musikakademie in Hammelburg, am Freitag, 24.07.2026 in der Konzerthalle in Bad Orb und am Samstag, 25.07.2026 im großen Saal der Hochschule für Musik in Würzburg jeweils um 19:30 Uhr. Karten für die Konzerte in Bad Orb und in Würzburg gibt es bei Reservix und an den bekannten Vorverkaufsstellen.

In seiner Oper „Peter Grimes“ erzählt Benjamin Britten die schauerliche Geschichte eines Fischers, der am Leben scheitert und schließlich im Wahnsinn auf dem Meer stirbt. Das dramatische Geschehen wird immer wieder von instrumentalen Zwischenspielen unterbrochen und kommentiert. Einige von diesen naturbildhaften Zwischenspielen hat Britten unter dem Titel „Four Sea Interludes“ zu einer Suite zusammengestellt. In ihr zeigt sich die enge, seit der Kindheit bestehende Verbindung des Komponisten zum Meer ebenso wie seine herausragende Fähigkeit, reale Natureindrücke in beeindruckende musikalische Gemälde umzuformen.

Aus den literarischen Gesten des Wanderns und der ersehnten, aber nicht erreichten Liebe gestaltete Gustav Mahler den Zyklus „Lieder eines fahrenden Gesellen“. Die vier Gesänge spiegeln – wie so oft in Mahlers Werk – schmerzliche Erfahrungen aus dem Leben des Komponisten. Die Texte stammen von Mahler selbst, sind aber im Ton der romantischen Volksliedersammlung „Des Knaben Wunderhorn“ gehalten. Die Musik, entstanden zwischen 1883 und 1885, zeigt schon die ganze Finesse des Mahlerschen Klangempfindens, nicht zuletzt in den vielen speziellen Effekten, die von den ausführenden Instrumentalisten gefordert sind.

Zehn Jahre nach den Mahler-Liedern entstand das wohl berühmteste Werk von Antonin Dvořák, seine Sinfonie Nr. 9 in e-moll op. 95 „Aus der Neuen Welt“. Ihren Titel trägt sie zu recht, denn Dvořák schrieb die Sinfonie nicht nur während eines Amerika-Aufenthaltes, sondern er verarbeitete darin – besonders im zweiten Satz – auch Motive aus der Volksmusik des Landes. Insgesamt aber triumphiert in diesem Werk des Komponisten der böhmische Musikantengeist, etwa wenn im Trio des Scherzos ländlicher Tanzboden imaginiert wird oder der letzte Satz in einer einzigartigen Mischung aus Triumph und Besinnlichkeit ausklingt.

(Text: Eva Kiefer)